1946 Pointer- und Setter Zuchtbuch, Verein für Pointer und Setter e.V.

  1. Allgemeine Erscheinung: Die eines sehr eleganten, den Blick fesselnden Hundes. Verhältnis der Rumpflänge zur Schulterhöhe annähernd 10:8.
  2. Kopf: Hinterhauptbein beträchtlich hervortretend. Schädel lang und schmal, nicht so groß wie derjenige des Pointers; zwischen den Behängen viel flacher als dieser, mit verhältnismäßig großer Stirnbreite, den Geruchsnerven viel Platz bietend. Ausgeprägte Stirnfurche (Stop) aus welcher die betonten Augenbögen scharf aufsteigen. Die Partie unterhalb der Augen muß völlig trocken sein. Fang lang, tief und breit; die Entfernung von der Nasenspitze bis zum inneren Augenwinkel muß bei Rüden mindestens 10cm betragen. Das Nasenbein ist zwischen Wurzel und Spitze leicht eingedrückt (konkav), keinesfalls darf dort eine Erhöhung bestehen. Kiefer von gleicher Länge. Ein hervortreten des Oberkiefers über den Unterkiefer gilt als grober Fehler, ebenso wie ein zu langer Unterkiefer. Zähne stark und gut ausgebildet, aufeinander passend. Die Lefzen sind nicht so gut entwickelt und lose fallend wie diejenigen des Pointers; lediglich in der Fangwinkel-Partie soll eine gewisse Fülle bestehen, die sich aber nicht zu pendelnden Lefzen erweitern darf.
  3. Augen: Mittelgroß, leuchtend, horizontal gestellt. Farbe möglichst dunkelbraun. Der Ausdruck ist sanft, doch intelligent.
  4. Nase: Breit, mit großen, weit auseinanderstehenden Löchern. Sie ist bei Weißschwarzen schwarz, bei den übrigen Farbenschlägen braun bis fleischfarben, doch niemals gefleckt.
  5. Behänge: Klein, in Augenhöhe angesetzt; kürzer als diejenigen des Pointers, aber ebenso dünn und weichledrig, in abgerundete Spitzen auslaufend. Die in ihrem oberen teil seidig befransten Behänge sind bereits aber ihrer Wurzel gefaltet, fallen daher dicht gegen die Backen und dürfen niemals schwebend getragen werden. Starke Behaarung der Behänge ist unerwünscht.
  6. Hals: Nicht so muskulös und stark gerundet wie der des Pointers, sondern viel schwächer, aber ebenfalls leicht gebogen; obgleich die Haut des Halses locker ist, darf sie doch keine ausgesprochenen Falten (Wamme) haben.
  7. Schultern: Gut schräg liegend, nicht gebunden.
  8. Brust: Eher tief als breit, die Rippen hinter den schultern gut gewölbt. Besonderer Wert ist darauf zu legen, daß die hinteren Rippen tief herab reichen.
  9. Rücken: Kräftig, neigt sich vom Widerrist - mit schwacher Aufwölbung in der Nierenpartie - leicht zur gerundeten Kruppe. Die Biegung darf jedoch nicht übertrieben sein, wie beim Karpfen- oder Rad- Rücken.
  10. Läufe: Das Ellbogengelenk soll gut niedergelassen sein und Bewegungsfreiheit haben, daher erscheinen die starken muskulösen Vorderläufe - die bis zu den Zehen herunter völlig gerade sein müssen - gelegentlich schwach nach innen gedreht, was weniger verwerflich ist als ellbogenenge Stellung mit nach auswärts zeigenden Pfoten. Auch ausgesprochen lose Ellbogen sind fehlerhaft. Die Vorderfessel ist kurz, aber sehr kräftig, breit im Gelenk und nur leicht schräg gestellt. Der Oberschenkel ist flach, doch kräftig bemuskelt, die Kniee sind gut gebogen und weit auseinander liegend, so daß die starken muskulösen Hinterläufe beim Galopp unbehindert über die Vorderläufe geworfen werden können. Sprunggelenke kräftig, rein, gut gewinkelt und parallel stehend.
  11. Zehen: die Ansichten , ob der englische Setter kurze oder lange Zehen (cat oder hair feet) haben soll, sind geteilt.  Die Masters of Foxhounds ziehen die kurzen Zehen vor. Andererseits ist beim Setter, dessen Fuß sowohl gegen feuchtes als auch rauhes und scharfsteiniges Terrain unempfindlich sein muß, eine gute Behaarung auf und zwischen den Pfoten notwendig, welche nur bei langer und geschlossener Pfote wirksam sein kann. Somit ist beim englischen Setter die letzterwähnte Pfote gegenüber der kurzen im Vorteil.
  12. Rute: - auch Fahne genannt - ist eines der charakteristischen Merkmale der Rasse. Die Rute soll gerade sein, nicht tiefer als bis zum Sprunggelenkshöcker herabreichen und in eine feine Spitze auslaufen. Ihre Form läßt sich am besten mit der einer umgedrehten Sense vergleichen. Die Fahne ist mit einer langen Franse seidenweicher, glatter Haare besetzt die nach der Spitze zu allmählich kürzer werden. In Richtung der Rutenwurzel ist die Behaarung bedeutend knapper. Die Fahne soll in Rückenhöhe oder nur unwesentlich darüber getragen werden.
  13. Haar: Grundsätzlich wird eine weiche, seidige Struktur desselben - ohne jedwede Kräuselung - verlangt. Die Befederung an der Rückseiten der Vorder- und Hinterläufe soll reichlich sein.
  14. Farbe: Weiß mit schwarzen, braunen, orange oder zitronengelben Tupfen (belton), sowie Flecken und Platten, ferner dreifarbig (weiß - schwarz mit lohfarbenen Abzeichen). Rein weiße, als auch einfarbige Behaarung ist unerwünscht.
  15. Höhe: Am Widerrist gemessen, Rüden 50 - 60 cm; Hündinnen kleiner.
  16. Gewicht: 22 - 27 kg
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